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Der ehemalige Zürcher Student Hashim Thaci.

 
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Samstag, 29. Januar 2011 / 15:04:22

Thaci bildet neue Regierung im Kosovo

Pristina - Trotz der Organhandel-Vorwürfe aus dem Europarat bildet der bisherige Kosovo-Regierungschef Hashim Thaci nach Medienberichten auch die neue Regierung. Thacis PDK sei nach den teilweise wiederholten Parlamentswahlen vom 12. Dezember mit 35 Abgeordneten im 120-köpfigen Parlament die stärkste Partei.

Dies berichtete die Zeitung «Koha Ditore» am Samstag in Pristina.

Zusammen mit der AAK des vom UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag angeklagten ehemaligen Rebellenführers Ramush Haradinaj und der ARK des umstrittenen Unternehmers Beghjet Pacolli sowie mit Vertretern der Minderheiten komme Thaci auf eine klare Mehrheit, berichteten die Zeitungen.

Untersuchungen haben begonnen

Die EU-Kosovo-Mission (EULEX) hatte am Freitag betont, sie nehme die Organhandel-Vorwürfe gegen Thaci «sehr ernst». Nach diesen Beschuldigungen soll Thaci als «Mafiaboss» während des Bürgerkrieges 1998/99 in die Entführung von Serben verwickelt sein, denen später im benachbarten Albanien Organe entnommen wurden. Diese seien dann international verkauft worden.

EULEX-Staatsanwälte hätten schon «vorläufige Untersuchungen begonnen», hiess es in der Erklärung ohne weitere Erläuterungen. Doch müsse der Tessiner FDP-Ständerat Dick Marty, auf den die Europaratsresolution über den Organhandel zurückgeht, Beweise für seine Beschuldigungen vorlegen. «Ohne Beweise kann es keine Strafverfolgung geben», hiess es in der EULEX-Erklärung.

Mafia-Clans

Marty hatte sich bisher geweigert, seine Zeugen zu benennen, weil er um deren Leben fürchtet. EULEX sei nicht in der Lage, seine Zeugen zu schützen, vielmehr müssten die USA diese Aufgabe übernehmen, wurde er in mehreren Interviews zitiert. EULEX wies indessen die Kritik Martys zurück: EULEX habe volles Vertrauen in ihre Zeugenschutz-Einheit.

«EULEX wird nichts unternehmen», bekräftigte Marty in einem Interview des «Tages-Anzeigers» vom Samstag. Die Bedingungen, unter welchen die EU-Rechtsstaatsmission im Kosovo arbeiten müsse, machten es unmöglich, in diesen heiklen Fällen zu ermitteln, ohne dass die betroffenen Mafia-Clans vorgewarnt würden und die Zeugen einschüchtern könnten. Die Folge sei, «dass EULEX nur kleine Fische fangen» könne.

ht (Quelle: sda)

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